Geschäftsfeld Metallerzeugung und -verarbeitung

Der Einsatz und Bedarf zerstörungsfreier Prüfmethoden (ZfP) sind in der vom Geschäftsfeld Metallerzeugung und -verarbeitung betreuten Branche traditionell sehr hoch. Zerstörungsfreie Prüftechniken begleiten in vielfältiger Weise nahezu vollständig die gesamte Produktionskette vom Vorprodukt bis zum Endprodukt. Ultraschall, magnetische und magnetinduktive Techniken sind am weitesten verbreitet und in vielen Fällen in die Produktionsabläufe integriert.

Die europäische Metallindustrie befindet sich in einem globalen Wettbewerb, der dadurch gekennzeichnet ist, dass sie wie jede Industrie in Hochlohnländern nur mit Qualitätsprodukten und Innovationen überleben kann. Für die ZfP, eingebettet in die Qualitätssicherungs-Konzepte, ergibt sich daher eine hohe Bedeutung.

Aufgabe des Geschäftfeldes ist es, den Beitrag der ZfP für die Qualitätsbeurteilung durch neue Verfahren und innovative Prüfsysteme zu stärken. Dabei spielen in einem frühen Stadium der Wertschöpfungskette einsetzbare zerstörungsfreie Prüftechniken eine wichtige Rolle.

Es wird sich tendenziell und generell der Trend zur »0-Fehlerproduktion« fortsetzen (Fehler statistisch nur noch zulässig im ppm-Bereich). Dies gilt es bei der Produktion und im Rahmen der Eingangskontrollen bei den Verarbeitern sicherzustellen.

In der Metall erzeugenden Industrie spielt die ZfP neben der Erkennung makroskopischer Materialfehler eine zunehmende Rolle zur protokollierten Online-Überwachung von Qualitätsparametern wie mechanisch technologische Eigenschaften (z. B. Streckgrenze) und mikroskopische Reinheit.

Im Bereich der Metall verarbeitenden Industrie ist die ZfP gefordert bei der Kontrolle von Verarbeitungsschritten wie Schleifen, Härten, Fügen usw. und für die schnelle Endkontrolle von Einzelteilen mit großen Stückzahlen.

Neue Fügetechniken werden im Zusammenhang mit dem Thema Leichtbau (Kleben, Fügen unterschiedlicher Werkstoffe) notwendig; die Fügung ist auf Fehler, Vollständigkeit, Verbindungsgüte etc. zu prüfen.

Eine endabmessungsnahe Produktion (z. B. Dünnbandgießen) erfordert neue, schnelle und den Umgebungsbedingungen (Temperatur) angepasste ZfP-Techniken.

Die Entwicklung und Produktion neuer (insbesondere Leichtbau-) Werkstoffe (Aluminiumlegierungen, metallische Schäume u. a.) verlangt eine begleitende ZfP.

Die Stärken liegen auch in diesem GF in der Fähigkeit, Problemlösungen aus einem breiten Methodenpotenzial anbieten zu können und diese auch in industrietaugliche Prüfsysteme / -anlagen umsetzen zu können. Des Weiteren sind die werkstoff- und ingenieurwissenschaftlichen Voraussetzungen vorhanden, um ausgehend von einem einem fundierten Verständnis des Werkstoffes in Verbindung mit den Kernkompetenzen, welche sich mit »Prüfphysik« und »Sensorik« beschäftigen, problemangepasste Lösungen methodenübergreifend erarbeiten zu können. Diese Fähigkeit erlaubt es auch, breitbandig Produkt und Branchen übergreifend (Eisen / Stahl, NE, Weiterverarbeitung) zu agieren.