Dr. Hans-Jürgen Salzburger
hans-juergen.salzburger@ Frühere ArtikelEMAT-Molch
Homepage der Das Fraunhofer IZFP ist Mitglied der Fraunhofer-Allianz SysWasser. Mittels unserer Prüfkompetenzen leisten wir einen Beitrag zur Kontrolle und Überwachung von Anlagenkomponenten im Bereich von Wasserinfrastruktursystemen. |
Weltweit sind zurzeit Fernleitungen (Pipelines) für Gas, Öl und daraus abgeleitete Produkte von über drei Millionen km verlegt. Jährlich kommen in einer Größenordnung von 25 000 km neue Leitungen hinzu. Verglichen mit Tankern sind Pipelines die sicherste Methode des Transportes, dagegen steht jedoch der relativ hohe Gestehungspreis von 500 000 bis 1 Mio Euro pro verbautem km, je nach Bodenbeschaffenheit, Meerestiefe, etc.
Die Leitungen sind heute weitgehend aus höherfesten, duktilen Stahlqualitäten mit Streckgrenzen von 600 MPa – 800 MPa hergestellt und werden auf Grund des Innendruckes bei mechanischen Spannungen von bis zu 80 Prozent der spezifizierten minimalen Streckgrenze betrieben. Die Integrität der Leitungen vorausgesetzt, werden diese Spannungen sicher beherrscht. Jedoch unterliegen die Rohrleitungen Einflüssen, die diese Integrität mindern können. Hier sind neben mechanischer Beschädigung der Isolation, das Auftreten von Korrosion sowie die korrosions- und betriebsbedingte Rissentwicklung zu nennen. Nach zum Teil spektakulären Unfällen fordern die für die sicherheitstechnische Zulassung verantwortlichen Autoritäten – obwohl die Leitungen nicht unter die Druckgeräterichtline fallen – eine Wasserdruckprobe bei den in die Jahre gekommenen Leitungen oder – äquivalent – eine Rissprüfung mit Prüfmolchen. Durch den Einsatz technologisch hoch entwickelter zerstörungsfreier Prüftechnologie – so genannte intelligente Prüfmolche – als Bestandteil eines Gesamtüberwachungs-Konzeptes – kann der Zustand der Pipelines überprüft und bereits kleinste Fehler aufgefunden, lokalisiert und vermessen werden. Wegen der alternden Infrastruktur und dem zunehmenden Neubau von Rohrleitungen insbesondere in Russland, den GUS-Staaten, Indien, China und Afrika, ist der Markt verstärkt wachsend für Dienstleistungsunternehmen, die Inline-Inspektionen anbieten. Diese Situation hat dazu geführt, dass das Fraunhofer IZFP seit 1997 mit der Firma Pipetronix (heute GE, PII Pipetronix) und seit 2000 in einer Entwicklungspartnerschaft mit der Fa. NDT Systems & Services Rissprüfmolche auf der Basis der Ultraschalltechnologie entwickelt hat. Im Rahmen dieser Partnerschaft konnte sich das Geschäftsfeld ein sehr breitbandiges Know-how in Entwicklung, Bau und gemeinsamer Inbetriebnahme solcher Prüfmolche aneignen. Dabei tritt das GF sowohl als »Generalunternehmer« oder im Verbund mit anderen Fraunhofer-Einrichtungen oder als Unterlieferant für Speziallösungen (Sensorik, Mechanik, Hardware, Firmware, Auswertealgorithmik) am Markt auf. Das GF befindet sich auf diesem Markt zusammen mit dem Kooperationspartner NDT Systems & Services in nationaler und internationaler Konkurrenz zu etablierten Dienstleistungsunternehmen mit einem breiten Dienstleistungsangebot. In diesem Wettbewerb sieht das Geschäftsfeld seine Chancen in langjährigem Know-how und Erfahrung bei der Erstellung und Inbetriebnahme kompletter Ultraschall-Prüfmolche und dem Entwicklungs-Potenzial in Richtung weiterer Miniaturisierung von Prüfelektronik und Erhöhung des Integrationsgrades von Elektronik und Prüfkopf. Gemeinsames Ziel mit dem Kooperationspartner ist der weitere Ausbau der Ultraschall-Molchflotte in Richtung 6“ und 8“-Dimension sowohl für die Wanddickenmessung als auch für die Rissprüfung. Des Weiteren ist die Entwicklung eines neuen trocken arbeitenden Ultraschall-Prüfmolches im Gange, der in Kombination mit der Wirbelstrom-Prüftechnik für die Korrosionsprüfung in Gasfernleitungen eingesetzt werden soll. Die Anwendung/ Diversifikation der für erdverlegte Leitungen vorhandenen Technologie für off-shore Anwendungen (z. B. »Riser«-Leitungen) ist eine wesentliche Maßnahme zur Sicherung der Zukunft des Geschäftsfeldes, wozu die bereits vorhandene Technologie- und Marktpartnerschaft mit Industriefirmen noch ausgebaut werden muss.
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